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Bei mir darf es Ihnen ruhig Spanisch vorkommen!


Die Redewendung „Spanisch vorkommen“ besagt, dass jemandem etwas sehr merkwürdig erscheint, ihn seltsam anmutet, sodass er es kaum glauben kann.

Sie stammt wahrscheinlich aus der Zeit, als der aus Spanien stammende Karl V. (1500 - 1558) deutscher Kaiser war. Viele bis dahin in Deutschland unbekannte und zum Teil auch als unerhört empfundene Sitten, Bräuche und Moden fanden Eingang und wurden mit Misstrauen betrachtet. Der mit Hilfe und mit den Mitteln der spanischen Inquisition gegen die Reformation geführte Kampf Karls V. spielte bei der Ablehnung alles Spanischen ebenfalls eine große Rolle. Die Spanier wurden als Handlanger der Inquisition betrachtet und galten, was im Dreißigjährigen Krieg besonders deutlich wurde, vielfach als ehrgeizig, feige und heuchlerisch.

Ein literarischer Beleg aus jener Zeit findet sich bei Grimmelshausen (um 1622 - 1676) im „Simplicissimus“, dem bedeutendsten deutschen Roman des 17. Jahrhunderts. Im 15. Kapitel des 2. Buches äußert sich der zu den Kroaten verschleppte Simplicius über seinen neuen Herrn, den Kroatenobristen Cordes in folgender Weise: „Bei diesem Herrn kam mir alles widerwärtig und fast spanisch vor ...“

Für Sie nachgeschlagen im Duden Band 12 „Zitaten und Aussprüche“, Mannheim 2002


Den Spaniern selbst kommt es übrigens chinesisch vor: „Esto me suena a chino“.